Wenn’s im Magen brennt: Magenschoner sind Mikronährstoffräuber!

Wie Magenschoner wirken:

Protonenpumpenhemmer (kurz PPI genannt) hemmen die Säurebildung im Magen und werden bei Sodbrennensaurem Aufstoßen und Magenschleimhautverletzungen eingesetzt. Zudem werden sie auch begleitend zu Schmerzmitteln verordnet, um die Magenschleimhaut zu schützen. Aus dem Grund werden sie umgangssprachlich auch Säureblocker oder Magenschutz genannt.

Beispiele für PPI sind:

  • Pantoprazol – Pantozol
  • Esomeprazol – Nexium
  • Lansoprazol – Agopton
  • Rabeprazol – Pariet
  • Omeprazol

Mikronähstoffe und Magenschoner – Das sollten Sie bedenken:

Die erwünschte Wirkung der Protonenpumpenhemmer (Hemmung der Bildung von Magensäure) hat für den Organismus aber auch zur Folge, dass verschiedene Mineralien, Vitamine und Spurenelemente nicht mehr ausreichend aus der Nahrung aufgenommen werden können. Die Magensäure ist unter anderem an der Aufnahme von KalziumMagnesiumEisen und Vitamin B12 beteiligt.

Auch eine veränderte Darmflora ist möglich:
Nehmen Sie Säureblocker längere Zeit ein, werden durch den ständig verringerten Säuregehalt auch weniger Bakterien und fremde Mikroorganismen im Magen abgetötet. Somit steigt die Zahl der Krankheitserreger, die in den Körper bzw. Darm gelangen an. Das erklärt, warum es häufiger zu Infektionen oder Durchfall kommen kann.

Säureblocker – Nie ohne mein Vitamin B12!

Patienten, die Säureblocker regelmäßig einnehmen, sollten ein besonderes Augenmerk auf die Vitamin-B12 -Versorgung richten. Denn die Hemmung der Bildung von Magensäure verringert auch die Freisetzung von Vitamin B12 aus Nahrungsmitteln. Vitamin B12 ist wichtig, um giftige Stoffwechselprodukte, die die Blutgefäße schädigen, abzubauen.

Langfristig kann ein Mangel an Vitamin B12 ein erhöhtes Risiko für z. B.

  • Nervenschäden,
  • Verkalkung der Blutgefäße,
  • Abnahme der geistigen Leistungsfähigkeit,
  • Demenz und
  • Neigung zu Depressionen bedeuten.

Zu den Risikogruppen zählen vor allem älteren Personen und Diabetiker (denn auch Metformin stört die Vitamin-B12 -Aufnahme). Das Risiko für Diabetesfolgeerkrankungen (Herz-Kreislauferkrankungen und Schäden an Nerven und Gewebe) steigt!

Bei Patienten, die häufig Säureblocker nehmen, ist also die regelmäßige Einnahme von Vitamin B12 auch in Kombination mit Folsäure und Vitamin B6 – zu empfehlen.

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Warum Säureblocker (PPI) das Osteoporoserisiko erhöhen:

  • PPI hemmen die Aufnahme von Calcium und Vitamin D
    PPI blockieren die Bildung von Magensäure und somit auch die Aufnahme von Calcium und Vitamin D. Eine langfristige Einnahme von Säureblockern erhöhen daher stark das Risiko für Osteoporose-bedingte Brüche.
  • PPI senken auch die Vitamin-C-Konzentration im Magensaft, und bereits nach kurzzeitiger Anwendung von PPI fällt der Vitamin-C-Spiegel. Vitamin C unterstützt zum einen die Calciumaufnahme, zum anderen ist es an der Aktivierung von Vitamin D beteiligt.

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Therapie mit Säureblockern: Magnesium im Auge behalten!

Die Magensäure spielt eine wichtige Rolle bei der Verwertung von Magnesium im Körper. Säureblocker wie Omeprazol, Esomeprazol, Pantoprazol, Lansoprazol und Rabeprazol können bei Langzeitbehandlung zu einem Magnesiummangel führen.

Folgen eines Magnesiummangels:

  • Herzrhythmus-Störungen,
  • Antriebsschwäche,
  • Muskelschwäche,
  • Krämpfe,
  • Kopfschmerzen

Erhöhter Magnesiummangel bei Einnahme von Magenschonern plus Medikamente zur Entwässerung!

Das Risiko steigt, wenn Protonenpumpenblocker mit weiteren, Magnesiumspiegel-senkenden Arzneistoffen, z.B. Entwässerungsmittel, eingesetzt werden. Auch bei Diabetikern, die regelmäßig zu Säureblockern greifen, erhöht sich das Risiko eines Magnesiummangels. Das Risiko für Folgeerkrankungen von Diabetes steigt!

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Magenschoner: Vorsicht Eisenmangel!

Durch die Hemmung der Magensäure kann die Verwertung von Eisen im Körper gestört werden. Langfristig besteht vor allem bei vegetarischer Ernährung ein erhöhtes Risiko für einen Eisenmangel.

Folgen eines Eisenmangels:

  • Infektanfälligkeit
  • Müdigkeit
  • Haarausfall
  • Einrisse im Mundwinkel

Nicht nur Säureblocker sind Vitalstoff-Räuber!

Eine Vielzahl von Arzneimitteln kann bei regelmäßiger Einnahme die Aufnahme und Verwertung von Vitaminen und Mineralstoffen in unserem Körper stören.

DEN RÄUBERN AUF DER SPUR

Nutzen Sie unser Fachwissen und fragen Sie uns! Wir freuen uns auf Ihr Interesse. Unser geschultes Personal berät Sie gern ausführlich und geht auf Ihre individuellen Bedürfnisse ein.

Quelle: Uwe Gröber, Arzneimittel und Mikronährstoffe, Medikationsorientierte Supplementierung, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart
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2018-12-12T09:44:09+00:002018/10/29|