Zum einen ist Diabetes eine der weltweit häufigsten Erkrankungen. In Österreich sind mehr als eine halbe Million davon betroffen.
Zum anderen ist Diabetes aufgrund der hohen Begleit- und Folgeschäden die bedeutendste Stoffwechselstörung überhaupt! Denn sie ist die häufigste Ursache für Herzinfarkt, dialysepflichtige Funktionsschwäche der Nieren, Erblindung und Amputation der Beine.

Was ist Diabetes?

Diabetes mellitus, auch bekannt als Zuckerkrankheit, bezeichnet eine chronische Störung des Stoffwechsels. Dabei produziert die Bauchspeicheldrüse zu wenig Insulin. Dieses wird benötigt, damit Zucker aus dem Blut in die Zellen gelangt. Somit wirkt Insulin blutzuckersenkend. Durch Insulinmangel steigt der Blutzuckerspiegel.

Welche Arten von Diabetes gibt es?

Was ist Diabetes Typ 1?

Diese Erkrankung entsteht häufig bereits im Kindes- und Jugendalter. Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung. Das bedeutet, dass der Körper die Zellen, die für die Produktion von Insulin verantwortlich sind, zerstört. Somit ist zu wenig Insulin vorhanden.

Was ist Diabetes Typ 2?

Diese Erkrankung betrifft längst nicht mehr nur ältere Menschen. Übergewicht und Bewegungsmangel führen dazu, dass sogenannte „Altersdiabetes“ auch bei jüngeren Patienten auftritt.
Bei Diabetes Typ 2 ist genug Insulin vorhanden, jedoch ist es wirkungslos. Das bedeutet, dass die Köperzellen nicht mehr auf Insulin reagieren (Insulinresistenz). Somit können sie Zucker nicht mehr aus dem Blut aufnehmen. Darauf reagiert der Köper, indem er immer mehr Insulin produziert. Allerdings ist die Bauchspeicheldrüse davon bald so erschöpft, dass sie die Insulinproduktion ganz einstellt. Von nun an herrscht Insulinmangel und der viele Zucker im Blut beginnt das Gewebe und die Organe zu schädigen.

Was ist Diabetes Typ 3?

Diese Erkrankung ist eher selten. Dabei entsteht der Insulinmangel durch genetische Defekte.

Was ist Diabetes Typ 4?

Diese Art von Zuckerkrankheit wir auch Schwangerschaftsdiabetes genannt. Trotz eines erhöhten Bedarfs an Insulin, kann die Bauchspeicheldrüse nicht genug davon produzieren.

Was sind die ersten Anzeichen für Diabetes?

  • häufiges Wasserlassen
  • starker Durst
  • Gewichtsverlust
  • Heißhungerattacken
  • Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Kraftlosigkeit
  • Mundtrockenheit und nächtliche Wadenkrämpfe

Auf den ersten Blick sind die ersten Symptome einer Zuckerkrankheit nicht sichtbar. Vor allem bei Diabetes Typ 2 entwickelt sich die Erkrankung über Jahre und wird in vielen Fällen oft nur nebenbei entdeckt, zum Beispiel, wenn man sich wegen einer anderen Krankheit behandeln lässt. Häufig liegen dann aber bereits diabetische Folgeschäden vor.

Was sind die Folgeerkrankungen von Diabetes?

Je länger Diabetes unerkannt bleibt, umso schlimmer sind die Folgeschäden. Denn der viele Zucker im Blut schädigt das Gewebe und die Organe.

Auswirkungen:

  • Gefäßschäden (Arteriosklerose) bis hin zu Herzinfarkt und Schlaganfall
  • Nervenschäden (Polyneuropathie) mit Kribbeln oder Gefühllosigkeit in den Beinen
  • Augenschäden (Retinopathie) bis zur Erblindung
  • Nierenerkrankungen (Nephropathie) bis zum totalen Nierenversagen
  • schlecht heilende Wunden bis hin zum Diabetischen Fuß
  • Depressionen, Antriebslosigkeit

Welche Medikamente bei Diabetes gibt es?

  • Wirkstoff Metformin (z.B. Glucophage®, Diabetex®, …)
    Tabletten mit diesem Wirkstoff senken die Zuckerproduktion in der Leber. Gleichzeitig wird die Aufnahme von Zucker im Darm verlangsamt und die Insulinresistenz der Zellen gesenkt.
  • Sulfonylharnstoffe: Glibenclamid, Glimepirid, Gliclazid, Gliquidon (z. B. Amaryl®, Diamicron®, …)
    Diese Wirkstoffe regen die Bauchspeicheldrüse an, mehr Insulin zu produzieren.
  • Glitazone (z. B. Pioglitazon, Actos®)
    Diese Wirkstoffe sorgen dafür, dass die Zellen wieder mehr Zucker aus dem Blut aufnehmen. Dadurch verbessert sich die Insulinresistenz.
  • SGLT-2-Hemmer: Glifozine (z.B. Jardiance®, Forxiga®)
    Diese Wirkstoffe sorgen dafür, dass mehr Zucker mit dem Urin ausgeschieden wird.
  • DPP-4 Hemmer: Gliptine (z. B. Trajenta®)
    Diese Wirkstoffe fördern die Ausschüttung von Insulin.
  • Glinide: Repaglinid
    Diese Wirkstoffe erhöhen die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse
  • Insulin
    Diabetiker vom Typ1 bekommen immer Insulin. Dieses wird mit einer Spritze oder Insulinpumpe zugeführt.
    Diabetiker vom Typ2, die den Blutzuckerspiegel nicht mit den oben genannten Tabletten in den Griff bekommen, erhalten ebenfalls eine Therapie mit Insulin.

Vorbeugung und begleitende Therapie mit Mikronähstoffen bei Diabetes

Mikronähstoffbedarf bei Diabetes:

Eine ganzheitliche Betrachtung der Krankheitsursachen führt zu neuen Ansätzen der Therapie. Dazu empfiehlt die Orthomolekulare Medizin die gezielte Gabe von essenziellen Mikronährstoffen. Diese Behandlung soll schulmedizinische Maßnahmen nicht ersetzen, sondern ergänzen. Am Beispiel des Diabetes mellitus zeigen wir, wie durch die Zufuhr bestimmter Mikronährstoffe der Krankheitsverlauf gebremst und Folgeschäden des Diabetes weitgehend vermieden werden können.

B-Vitamine und Diabetes

Diabetiker müssen unbedingt auf ihre Versorgung mit den B-Vitaminen achten.
Diese Vitamine beeinflussen den Zuckerstoffwechsel und bewirken, dass in den Zellen aus Zucker Energie gewonnen wird.
Zusätzlich leiden Zuckerkranke oft an einem Mangel an B-Vitaminen, da diese wasserlöslich sind. Somit gehen sie bei Diabetikern infolge der häufig gestörten Nierenfunktion und/oder medikamentös bedingt über den Urin verloren. Eine aktuelle Studie belegt, dass die Ausscheidung von B-Vitaminen bei Zuckerkranken 24-mal höher ist als bei Gesunden. In der Folge entsteht ein Mangel vor allem an B1, B6, B12 und Folsäure.
Weiters tragen diese Vitamine dazu bei, schädliche Ablagerungen in den Gefäßen abzubauen. Dadurch senken sie das Risiko von Folgeschäden durch Diabetes, wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Nierenversagen oder Erblindung.
Schließlich schützen die B-Vitamine auch vor Nervenschäden, wie z.B. Kribbeln, Brennen, Taubheit oder Schmerzen in den Füßen.

Achtung! Vitamin B12 Mangel wird durch Metformin-Tabletten verstärkt!

Zum einen hemmt Metformin (z.B. Glucophage®, Diabetex®, …) die Zuckeraufnahme im Darm. Zum anderen hemmt dieser Wirkstoff auch die Aufnahme von Vitamin B12 und Folsäure. Dadurch steigt die Gefahr für die Entstehung einer Arteriosklerose, das bei den Betroffenen aufgrund des Diabetes ohnehin schon erhöht ist. Zusätzlich erhöht sich auch das Risiko für diabetische Nervenerkrankungen.

ANDREAS Tipp aus unserer Produktlinie:

Warum Vitamin D bei Diabetes so wichtig ist:

Vitamin D schützt nicht nur die Knochen, sondern beeinflusst auch den Blutzucker.
Zum einen profitieren Typ-1 Diabetiker davon, weil Vitamin D die Zellen, die Insulin produzieren, vor einer weiteren Zerstörung schützt.
Zum anderen senkt Vitamin D bei Typ-2 Diabetikern die Insulinresistenz. Somit nehmen die Zellen wieder besser den Zucker aus dem Blut auf und der Blutzuckerspiegel sinkt. Zusätzlich senkt Vitamin D bei Diabetikern auch die Triglyceride und den Blutdruck.

Achtung! Glitazone verursachen einen erhöhten Bedarf an Vitamin D!

Glitazone (z. B. Pioglitazon, Actos®) stören den Knochenstoffwechsel. Dadurch steigt die Gefahr von Knochenbrüchen. Somit muss hier besonders auf eine gute Versorgung mit Vitamin D geachtet werden. Weitere knochenwirksamen Mikronähstoffen sind Magnesium, Zink, Kalzium und Vitamin K.

ANDREAS Tipp aus unserer Produktlinie:

Magnesium schützt vor Diabetes

Magnesiummangel spielt bei der Entstehung von Diabetes eine wichtige Rolle. Zum einen können die Zellen ohne Magnesium keinen Zucker aus dem Blut aufnehmen (Insulinresistenz) und der Blutzuckerspiegel steigt. Zum anderen schützt dieser Mineralstoff auch vor den diabetischen Folgeerkrankungen der Nieren und Augen. Weiters entspannt Magnesium die Gefäße und senkt dabei den Blutdruck.
Untersuchungen zeigen, dass viele Diabetiker einen niedrigeren Magnesiumspiegel besitzen als Gesunde. Denn sie verlieren durch die gestörte Nierenfunktion mehr Magnesium mit dem Urin. Zusätzlich können auch Wasser ausscheidende Medikamente (Diuretika) oder Herzpräparate (Digitalis) dazu beitragen.

ANDREAS Tipp aus unserer Produktlinie:

Zink ist wichtig für die Insulinspeicherung und Wundheilung

Diabetiker scheiden viel zwei- bis dreimal so viel Zink über die Nieren aus wie gesunde Menschen. Deshalb ist ihr Zinkspiegel im Blut meist zu niedrig. Vor allem brauchen Diabetiker dieses Spurenelement für die Bildung, Speicherung und Ausschüttung von Insulin. Somit führt ein Zinkmangel zu einer Verschlechterung der Diabetes-Erkrankung. Weiters verbessert Zink die Wundheilung und damit Spätfolgen wie den „diabetischen Fuß“.

ANDREAS Tipp aus unserer Produktlinie:

Diabetiker brauchen Coenzym Q10

Medikamente gegen Diabetes, allen voran die Sulfonylharnstoffe (z. B. Amaryl®, Diamicron®, …) erzeugen einen erhöhten Bedarf an Coenzym Q10. Dieser wird bei gleichzeitiger Einnahme von Statinen gegen Cholesterin sogar erhöht.
Zum einen brauchen Diabetiker Q10, da es Insulin produzierende Zellen schützt. Zum anderen sorgt es dafür, dass Zucker aus dem Blut in die Zellen aufgenommen und in Energie umgewandelt wird. Zusätzlich verbessert es die Herzfunktion, indem es die Pumpleistung unterstützt und den Blutdruck reguliert. Somit reduziert Coenzym Q10 auch die Gefahr von diabetischen Spätfolgen wie z.B. Herzinfarkt.

ANDREAS Tipp aus unserer Produktlinie:

Vitamin C ist für Diabetiker besonders wichtig

Da Vitamin C wasserlöslich ist, scheiden Diabetiker es infolge ihrer gestörten Nierenfunktion vermehrt über den Urin aus. Durch die antioxidative Wirkung schützt es sowohl die Zellen als auch die Gefäße.
Darüber hinaus verbessert Vitamin C die Wundheilung und vermindert das Risiko diabetischer Spätfolgen an Augen, Nieren und am Herzen.

ANDREAS Tipp aus unserer Produktlinie:

Zusammenfassung:

Bei Diabetikern beobachtet man immer wieder gravierende Mängel an Mikronähstoffen. Es scheint, als schreite die Krankheit umso schneller voran, je weniger Vitalstoffe dem Körper zur Verfügung stehen. Zum einen sind diese an der Kontrolle des Blutzuckerspiegels beteiligt. Zum anderen schützen sie den Körper vor den typischen Folgeerkrankungen von Diabetes.
Achten Sie daher als Diabetiker ganz besonders darauf, Ihren Körper mit den erforderlichen Mikronähstoffen zu versorgen.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise.
Quelle: Uwe Gröber, Arzneimittel und Mikronährstoffe, Medikationsorientierte Supplementierung, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart