“Magenschutz”, schon das Wort klingt gut und gesund. Es kann doch nicht falsch sein, den Magen zu schützen? Doch langfristig ist der Schaden womöglich größer als der Nutzen.
Magensäureblocker (Magenschoner, Protonenpumpenhemmer) lindern Sodbrennen und ermöglichen das Abheilen einer geschädigten Magenschleimhaut. Allerdings können sie auch die Aufnahme wichtiger Mikronährstoffe im Körper stören. Im Weiteren kann es zu Folgeerkrankungen wie Nervenerkrankungen, Blutmangel und Osteoporose kommen. Erfahren Sie, warum Säureblocker die Nährstoffversorgung stören und wie man einem Mangel am besten vorbeugen und ihn behandeln kann.

Wie Magenschoner wirken:

Protonenpumpenhemmer (kurz PPI genannt) hemmen die Säurebildung im Magen. Deswegen werden sie bei Sodbrennensaurem Aufstoßen und Magenschleimhautverletzungen eingesetzt. Zudem werden sie auch begleitend zu Schmerzmitteln verordnet, um die Magenschleimhaut zu schützen. Aus dem Grund werden sie umgangssprachlich auch Säureblocker oder Magenschutz genannt.

Beispiele für PPI sind:

  • Pantoprazol – Pantozol
  • Esomeprazol – Nexium
  • Lansoprazol – Agopton
  • Rabeprazol – Pariet
  • Omeprazol

Mikronährstoffe und Magenschoner – Das sollten Sie bedenken:

Die erwünschte Wirkung der Magenschutz Medikamente (Hemmung der Bildung von Magensäure) hat für den Organismus aber auch zur Folge, dass verschiedene Mineralien, Vitamine und Spurenelemente nicht mehr ausreichend aus der Nahrung aufgenommen werden können. Denn die Magensäure ist unter anderem an der Aufnahme von KalziumMagnesiumEisen und Vitamin B12 beteiligt.

Auch eine veränderte Darmflora durch Magenschutzmittel ist möglich:
Nehmen Sie Säureblocker längere Zeit ein, werden durch den ständig verringerten Säuregehalt auch weniger Bakterien und fremde Mikroorganismen im Magen abgetötet. Somit steigt die Zahl der Krankheitserreger, die in den Körper bzw. Darm gelangen an. Infolgedessen kommt es häufig zu Infektionen oder Durchfall.

Säureblocker – Nie ohne mein Vitamin B12!

Patienten, die Säureblocker regelmäßig einnehmen, sollten ein besonderes Augenmerk auf die Vitamin-B12 -Versorgung richten. Denn die Hemmung der Bildung von Magensäure verringert auch die Freisetzung von Vitamin B12 aus Nahrungsmitteln. Vitamin B12 ist wichtig, um giftige Stoffwechselprodukte, die die Blutgefäße schädigen, abzubauen.

Langfristig kann ein Mangel an Vitamin B12 ein erhöhtes Risiko für z. B.

  • Nervenschäden,
  • Verkalkung der Blutgefäße,
  • Abnahme der geistigen Leistungsfähigkeit,
  • Demenz und
  • Neigung zu Depressionen bedeuten.

Zu den Risikogruppen zählen vor allem ältere Personen und Diabetiker (denn auch Metformin stört die Vitamin-B12 -Aufnahme). Das Risiko für Diabetesfolgeerkrankungen (Herz-Kreislauferkrankungen und Schäden an Nerven und Gewebe) steigt!

Bei Patienten, die häufig Säureblocker nehmen, ist also die regelmäßige Einnahme von Vitamin B12 auch in Kombination mit Folsäure und Vitamin B6 – zu empfehlen.

ANDREAS TIPP

Vitamin B Komplex aus unserer Produktlinie

Magenschutz und Vitamin B Mangel
Mehr zu Vitamin B

Warum Säureblocker (PPI) das Osteoporoserisiko erhöhen:

  • PPI hemmen die Aufnahme von Calcium und Vitamin D
    Medikamente zum Magenschutz blockieren die Bildung von Magensäure und somit auch die Aufnahme von Calcium und Vitamin D. Daher erhöht eine langfristige Einnahme von Säureblockern das Risiko für Osteoporose-bedingte Brüche erheblich.
  • PPI senken auch die Vitamin-C-Konzentration im Magensaft, und bereits nach kurzzeitiger Anwendung von PPI fällt der Vitamin-C-Spiegel. Vitamin C unterstützt zum einen die Calciumaufnahme, zum anderen ist es an der Aktivierung von Vitamin D beteiligt. Somit ist eine gute Versorgung mit Vitamin C wichtig, um Osteoporose vorzubeugen.

ANDREAS TIPPS AUS UNSERER PRODUKTLINIE

Vitamin C+Zink Kapseln

Magenschutz und Vitamin C + Zink
Mehr zu Vitamin C+Zink

Vitamin D3 Kapseln

Magenschutz und Vitamin D Mangel
Mehr zu Vitamin D

Therapie mit Säureblockern: Magnesium im Auge behalten!

Die Magensäure spielt eine wichtige Rolle bei der Verwertung von Magnesium im Körper. Daher führen Säureblocker wie Omeprazol, Esomeprazol, Pantoprazol, Lansoprazol und Rabeprazol bei Langzeitbehandlung zu einem Magnesiummangel .

Folgen eines Magnesiummangels:

  • Herzrhythmus-Störungen,
  • Antriebsschwäche,
  • Muskelschwäche,
  • Krämpfe,
  • Kopfschmerzen

Erhöhter Magnesiummangel bei Einnahme von Magenschonern plus Medikamente zur Entwässerung!

Das Risiko steigt, wenn Magenschutz Medikamente mit weiteren, Magnesiumspiegel-senkenden Arzneistoffen, z.B. Entwässerungsmittel, eingesetzt werden.
Auch bei Diabetikern, die regelmäßig zu Säureblockern greifen, erhöht sich das Risiko eines Magnesiummangels. Somit steigt das Risiko für Folgeerkrankungen von Diabetes!

ANDREAS TIPP um Magnesiumverluste auszugleichen

Magenschutz und Magnesiummangel
Mehr zu Magnesium

Magenschoner: Vorsicht Eisenmangel!

Durch die Hemmung der Magensäure kann die Verwertung von Eisen im Körper gestört werden. Deshalb besteht langfristig vor allem bei vegetarischer Ernährung ein erhöhtes Risiko für einen Eisenmangel.

Folgen eines Eisenmangels:

  • Infektanfälligkeit
  • Müdigkeit
  • Haarausfall
  • Einrisse im Mundwinkel

Zusammenfassung über Magenschutz und seine Nachteile

Magenschoner gegen Magengeschwüre und Sodbrennen werden in Massen verschrieben, geschluckt und kaum hinterfragt. Doch langfristig ist der Schaden womöglich größer als der Nutzen. Denn durch die Hemmung der Magensäure wird die Aufnahme wichtiger Mikronährstoffe aus der Nahrung verhindert. Deshalb sollte vor allem bei langfristiger Einnahme immer die ausreichende Versorgung mit den B-Vitaminen, Vitamin D, Vitamin C und Magnesium sichergestellt sein. Damit verhindert man Folgeerkrankungen, wie z.B. Depressionen, Schädigung der Blutgefäße, Nervenschäden, Herzkreislauferkrankungen oder Osteoporose.

Nicht nur Säureblocker sind Vitalstoff-Räuber!

Eine Vielzahl von Arzneimitteln kann bei regelmäßiger Einnahme die Aufnahme und Verwertung von Vitaminen und Mineralstoffen in unserem Körper stören.

DEN RÄUBERN AUF DER SPUR

Nutzen Sie unser Fachwissen und fragen Sie uns! Wir freuen uns auf Ihr Interesse. Unser geschultes Personal berät Sie gern ausführlich und geht auf Ihre individuellen Bedürfnisse ein.

Quelle: Uwe Gröber, Arzneimittel und Mikronährstoffe, Medikationsorientierte Supplementierung, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Emp­fohlene Tagesdosis nicht überschreiten. Kein Ersatz von vom Arzt ver­ordnete Medikamente. Für Kinder unerreich­bar aufbewahren. Trocken und kühl lagern.

Zugehörige Produkte in unserem Online-Shop:

Haftungsausschluss und allgemeiner Hinweis zu medizinischen Themen:
Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Die Texte ersetzen keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt und dürfen nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt Ihres Vertrauens! Die abgebildeten Produkte werden als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Sie stellen keinesfalls einen Ersatz für ein verschriebenes Medikament dar und dürfen bei Schwangerschaft oder Stillen nicht oder nur nach Rücksprache mit dem Arzt angewendet werden. Es wird keine Haftung für Schäden oder Unannehmlichkeiten jeglicher Art, die durch den Gebrauch oder Missbrauch der hier dargestellten Informationen entstehen, übernommen. Die Inhalte der Beiträge wurden mit größter Sorgfalt erstellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Aktualität und Ausgewogenheit der Inhalte können wir jedoch keine Gewähr übernehmen.