Alle, die eine Blasenentzündung schon einmal erlebt haben, erkennen die Anzeichen sofort: häufiger Harndrang, Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen. Gibt es pflanzliche Hilfe?

Eine Blasenentzündung lässt sich gut behandeln und ist normalerweise zwar lästig, aber harmlos. Die Ursachen sind fast immer Darmbakterien, die durch die Harnwege in die Blase gelangen. Wer ständig leidet, kann seine „schwache“ Blase aber auch vorbeugend stärken.
Vorsicht ist dann geboten, wenn sie nicht rechtzeitig therapiert und verschleppt wird, da die Erreger dann über den Harnleiter ins Nierenbecken vordringen und dort eine Nierenbeckenentzündung auslösen können.

Arbutin in Bärentraubenblätter hemmt Bakterien

Die Verwendung von Bärentraubenblätter als Tee bei Blasenleiden ist in der Volksmedizin seit langem bekannt. Basierend auf langjähriger Erfahrung wirkt das Arbutin der Bärentraube leicht desinfizierend und hemmt das Wachstum von Bakterien.
Somit können Bärentraubenblätter zur Behandlung von Symptomen bei Blasenentzündungen (z.B. Brennen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang) eingenommen werden (1).

Goldrutenkraut spült die Harnwege

Schon in der Antike und im Mittelalter war die Goldrute als Heilpflanze bei Blasen- und Nierenleiden bekannt.
Basierend auf langjähriger Erfahrung regen die Inhaltstoffe der Goldrute die Niere dazu an, mehr Wasser auszuscheiden. Dadurch werden die ableitenden Harnwege (also Harnleiter, Blase und Harnröhre) besser durchspült und Keime ausgeschwemmt (2).

Preiselbeerblätter enthalten Arbutin

Aufgrund der stark antibakteriellen Wirkung von Arbutin, können Bakterien recht effektiv bekämpft werden (3).

Thymian, die Arzneipflanze 2006

Thymian wird nicht nur als Gewürz, sondern auch bei Husten und Bronchitis verwendet (4). Darüber hinaus hat die Pflanze eine krampflösende und desinfizierende Wirkung (5).

Alle Wirkstoffe vereint:

Bärentraube Kapseln bei Blasenentzündung
  1. Bärentraubenblätter wurden vom Herbal Medicinal Product Committee (HMPC) als traditionelles pflanzliches Arzneimittel (§ 39a AMG) eingestuft. Basierend auf langjähriger Erfahrung können Bärentraubenblätter zur Behandlung von Symptomen wiederkehrender Blasenentzündungen (z.B. Brennen beim Wasserlassen und/oder häufiges Wasserlassen bei Frauen) eingenommen werden, wenn ernsthaftere Ursachen dafür ärztlicherseits ausgeschlossen wurden.
  2. Echtes Goldrutenkraut wurde vom HMPC als traditionelles pflanzliches Arzneimittel (§ 39a AMG) eingestuft. Basierend auf langjähriger Erfahrung kann Echtes Goldrutenkraut zur Erhöhung der Urinmenge und damit unterstützend bei Beschwerden der ableitenden Harn­wege eingesetzt werden.
  3. Preiselbeerblätter wurden von der Kommission E nicht bearbeitet, da sie nur volks­medizinisch wegen ihres im Vergleich zu Bärentraubenblätter besseren Geschmacks verwendet werden. Eine Wirksamkeit bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege ist aufgrund des enthaltenen harndesinfizierenden Arbutins, dem wirksamkeits­bestimmenden Inhaltsstoff der Bärentraubenblätter, plausibel.
  4. Das HMPC hat Thymiankraut und Thymianöl als traditionelle pflanzliche Arzneimittel (§ 39a AMG) eingestuft. Aufgrund langjähriger Erfahrung können Thymiankraut und Thymianöl innerlich als Schleim lösende Mittel (Expektorans) bei erkältungsbedingtem Husten eingesetzt werden. Die äußerliche Anwendung von Thymianöl (Einreibungen, Bäder) dient der Linderung von Erkältungssymptomen.
  5. https://www.apotheker.or.at/Internet/OEAK/newspresse.nsf/webPages/8394F8D63388721CC12571010046D1C2?OpenDocument

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